Erstes Treffen der Interessengruppe Work-Life Balance

3. März 2015. Die Europäische Sonntagsallianz gründete im EU Parlament anlässlich des Europäischen Tages für den freien Sonntag, in Anwesenheit von EU-Parlamentariern aus unterschiedlichen Parteien, die Interessengruppe "Work-Life Balance".

In ihrer ersten Sitzung brachte diese, unterstützt von Vertretern aus Politik, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden, Familien- und Sportorganisationen sowie von Vertretern aus Kirche und religiösen Organisationen, über 50 TeilnehmerInnen zusammen, um darüber zu diskutieren, wie weit die EU-Gesetzgebung die Gesundheitsvorsorge für ArbeitnehmerInnen im Blick hat und diese so anpassen sollte, damit es zu einem besseren Ausgleich zwischen Familie, Privatleben und Arbeit kommen kann.
Die TeilnehmerInnen waren einhellig der Auffassung, dass dieser Interessenausgleich nicht im Konflikt mit einer ökonomischen Wettbewerbsfähigkeit stehen muss, nein, genau das Gegenteil ist der Fall. Denn Wettbewerbsfähigkeit braucht Innovation, Innovation braucht Kreativität und Kreativität braucht Erholung.

Die Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft der EU-Parlamentarier Evelyn Regner (S&D) und Thomas Mann (EVP). Im letzten Jahr unterzeichneten viele Parlamentarier die Petition der Europäischen Sonntagsallianz.

Die Frage der Work-Life Balance, der gerechten Verteilung von Arbeit und Freizeit für alle Bürger in Europa, ist aus vielerlei Gründen wichtig: einmal auf der persönlichen Ebene; das Zusammensein mit der Familie, Freunden, soziale, kulturelle und sportliche Aktivitäten, und dann auf der spirituellen Ebene; ein Tag der Ruhe und der religiösen Einkehr und darüber hinaus die Absicherung einer angemessenen Zeit der Ruhe.

Das Fehlen von Work-Life Balance führt oft zu Fehlzeiten, psycho-sozialem Stress bei der Arbeit und hat einen klaren negativen Einfluss auf die ökonomische Produktivität.
Die Relevanz des Themas wird auch darin deutlich, wenn die Europäische Kommission in der aktuellen öffentlichen Beratung zur Arbeitszeitrichtlinie zu fundamentalen Änderungen Bezug nimmt, die in der Arbeitswelt und der Ökonomie stattfinden und Auswirkungen in der Organisation von Arbeitszeit haben.

Die Mitglieder der Interessengemeinschaft Work-Life Balance sind der Auffassung, dass die aktuelle Gesetzeslage den Ausgleich zwischen Arbeit- und Privatleben nicht mehr widerspiegelt und so nicht mehr sicherstellt, dass ArbeitnehmerInnen wöchentlich einen gemeinsamen und freien Tag der Ruhe genießen können. Eine profunde und sorgfältige Reflektion und Diskussion darüber, wie Work-Life Balance für EU-Bürger zu erreichen ist, ist daher notwendig.