FAFCE

Föderation der katholischen Familienverbände in Europa

Richtlinien einer guten Palliativversorgung

Palliative care

 

Palliativmedizin sollte frühzeitig in den Krankheitsprozess integriert werden, verbessert sie doch die Lebensqualität von Patienten und deren Familien und hilft sogar, die Kosten in den Gesundheitssystemen zu senken. Dies sind die wichtigsten Botschaften von Professor Philip Larkin, Präsident der Europäischen Vereinigung für Palliativmedizin und Dr. Benoit Beuselinck, Onkologe an der Katholischen Universität Leuven, die von der EVP-Arbeitsgruppe für Bioethik und Menschenwürde eingeladen waren, anlässlich der Veranstaltung über die Richtlinien einer guten Palliativversorgung zu sprechen, die vom EU-Parlament am 7. Februar veranstaltet worden war.  


Professor Philip Larkin sagte, dass es eine Reihe von Definitionen in der Palliativversorgung gebe, die für Verwirrung beim klinischen Personal sorgt. Doch wüchsen in der medizinischen Literatur Unterscheidungsmerkmale zwischen Palliativversorgung und einer Pflege am Lebensende. Palliativversorgung ist zeitlich nicht begrenzt und sollte nicht erst im letzten Stadium der Krankheit Anwendung finden. Im Gegenteil: sie sollte schon im frühen Krankheitsverlauf  mit dem Ziel eingesetzt werden, die Lebensqualität der Patienten und deren Familien zu verbessern, um die physische, psychosoziale und spirituelle Versorgung abzudecken. „In der Palliativmedizin geht es um den Menschen. Sie hat einen ganzheitlichen Ansatz, um Leiden zu lindern. Sie erfordert den Einsatz eines multidisziplinären Teams“, so Prof. Larkin. „Palliativpflege sollte nicht als Ergänzung der nationalen Gesundheitssystemen gesehen werden, sondern als integraler Bestandteil des Gesamthaushaltsplans. Ferner führte er aus, dass „gute Palliativmedizin die Kosten in den Gesundheitssystemen senken kann, wie das Projekt in Katalonien/Spanien, beweist“.


Dr. Benoit Beuselinck stimmte mit Prof Larkin überein, dass Palliativmedizin Gesundheitskosten senken kann. Sie ist günstiger als Intensivpflege und Chemotherapie und - so wir  ein hartnäckiges Beharren auf Therapien stoppen - könnten die Ausgaben für Palliativmedizin erhöht werden, was eine bessere Betreuung, die Unterstützung von Familien, die Weiterbildung von Ärzten, das Schaffen von Hospizen und Tageskliniken für all jene, die zu Hause wohnen möchten, gewährleisten würde.


Dr. Beuselinck sprach auch das Thema Sterbehilfe an und sagte, dass Sterbehilfe das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient störe, es zu einer Schieflage komme mit einer steigenden Anzahl von Menschen, die durch Sterbehilfe umkommen werden. Palliative Pflegeteams sollten kontaktiert werden, sobald jemand um Sterbehilfe bittet, damit die Situation dieses Menschen möglicherweise verbessert werden kann. In Belgien, so fuhr er fort, seien Palliativpflegeteams in 40% der Fälle beteiligt. Sterbehilfe sei nicht die Lösung in allen Fällen extremen Leidens, so aber die Palliativversorgung, wie Dr. Benoit Beuselinck anhand wahrer Beispiele aus seiner Praxis als Onkologe deutlich machen konnte.


Vor einem Jahr erreichte eine schriftliche Erklärung des EU-Parlaments nicht die nötige Mehrheit der Parlamentarier. FAFCE-Präsident Antoine Renard erklärte damals, dass möglicherweise das Risiko bestehe, dass die Aufmerksamkeit der europäischen Entscheidungsträger abgelenkt  werden könne von dem, was die EU zur Unterstützung und Förderung bewährter Praktiken in den Mitgliedstaaten mit Blick auf die Palliativmedizin tun könne. FAFCE dankt der EVP-Arbeitsgruppe für Bioethik für die Organisation einer fruchtbaren Debatte zu einem wichtigen Thema.

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