Resolution: „Die Familie als Quelle der Hoffnung: Leuchttürme der Hoffnung – Christliche Tugenden als Lebensweise“
Brüssel, 12. Mai 2026
Im gegenwärtigen Kontext von Kriegen, der demografischen Krise, der Pandemie der Einsamkeit, den gesellschaftlich zerstörerischen Auswirkungen einer unzureichend regulierten und unangemessen genutzten digitalen Entwicklung sowie des wachsenden Konsumismus erinnert die FAFCE daran, dass Familien Leuchttürme der Hoffnung sind, die in schwierigen Zeiten Licht bringen. Sie sind echte Gemeinschaften, Quellen von Fruchtbarkeit und Stabilität, von sozialem Bewusstsein, sozialer Vernetzung und vor allem von Selbstlosigkeit, Frieden und Freude.
Unter Hinweis auf die Resolution des FAFCE-Vorstands von 2021 „Die Familie ist die demokratische und demografische Zukunft Europas“, in der festgestellt wird, dass „generationenübergreifende Solidarität und Solidarität zwischen Familien die ersten Beispiele sind, von denen politische Entscheidungsträger lernen können“;
Unter Hinweis auf die FAFCE-Pressemitteilung „Aufruf zum Frieden in der Ukraine“, in der die FAFCE ihre „volle Solidarität mit allen Familien“ ausdrückt, die vom Krieg betroffen sind;
Unter Hinweis auf die Resolution des FAFCE-Vorstands vom Mai 2022, die bekräftigt, dass Familien und Familienverbände Friedensstifter sind;
Unter Hinweis auf die Resolution des FAFCE-Vorstands von 2023 „Die Krise der Einsamkeit im Zeitalter des digitalen Wandels: Familiennetzwerke als Akteure des Wandels“;
In Anerkennung dessen, dass die Familie das Fundament der Gesellschaft und der erste Ort ist, an dem echtes Gemeinschaftsleben, Vertrauen, Solidarität und Versöhnung erlernt werden;
In Betonung dessen, dass Frieden in der Familie beginnt, wo Hoffnung in Liebe, Freundschaft, Vertrauen in den Mitmenschen und Aufmerksamkeit gegenüber dem Nächsten wurzelt;
Unter Hinweis auf die Ansprache von Papst Leo XIV. am 1. Juni 2025 während des Jubiläums der Familien auf dem Petersplatz, wonach Familien die Wiege der Zukunft der Völker sind und „im Familienleben der Glaube zusammen mit dem Leben von Generation zu Generation weitergegeben wird. Er wird geteilt wie das Essen am Familientisch und wie die Liebe in unseren Herzen“;
Daher erklärt die Föderation Katholischer Familienverbände in Europa:
- Die Familie ist die primäre Quelle des Friedens und wirkt als natürlicher Brückenbauer innerhalb und zwischen Gesellschaften. Durch das tägliche Zusammenleben erzieht sie Menschen zum Dialog, zur Solidarität, zur Versöhnung und darüber hinaus zur Vergebung fähig zu sein.
- Sie fordert die politischen Entscheidungsträger auf, die Familie aktiv als grundlegenden Baustein jeder Gesellschaft zu fördern und jede Form der Diskriminierung gegenüber Familien oder ihren Mitgliedern, insbesondere Kindern, zu bekämpfen.
- Sie fordert die Entscheidungsträger auf, die Zivilgesellschaft und Familienverbände zu unterstützen, damit diese weiterhin die Solidarität zwischen Familien stärken und ihre Fähigkeit fördern können, in gespaltenen Gesellschaften Frieden zu stiften – im Sinne einer sogenannten „Familiendiplomatie“.
- Sie fordert dazu auf, den Beitrag der Familien zum Gemeinwohl anzuerkennen und die Entwicklung von Familienverbänden zu unterstützen, denn Familien sind gemeinsam stärker, und starke Gemeinschaften schaffen starke Gesellschaften.
- Sie erinnert daran, dass es ohne die Familie keine zukünftigen Generationen gibt und ohne generationenübergreifende Solidarität keine nachhaltige Entwicklung möglich ist. Ohne Kinder können Sozialversicherungssysteme, Rentenversicherungen, Krankenversicherungen und Pflegeversorgung langfristig nicht finanziert werden. Deshalb ist die Familie die Hoffnung unserer Gesellschaften.
- Sie weist darauf hin, dass die Familie wesentlich zur Entwicklung emotionaler Stabilität, von Resilienz und psychischer Gesundheit beitragen, und fordert daher, Familien als unersetzliche Quelle und Garantie widerstandsfähiger Gesellschaften anzuerkennen.
- Sie hebt hervor, dass starke und stabile Familien ein Heilmittel gegen die wachsende Angst in unseren Gesellschaften sind und dass daher Bedingungen geschaffen werden müssen, die es Eltern ermöglichen, für ihre Kinder präsent zu sein.
- Sie fordert dazu auf, die Rolle der Familien als Hoffnungsträger anzuerkennen, indem Freundschaft, Vertrauen in den Mitmenschen, Mitgefühl für Schwache und Aufmerksamkeit für den Ruf des Nächsten in den Mittelpunkt gestellt werden – statt den Erwartungen eines zunehmenden Konsumismus und Individualismus zu folgen.
- Sie erinnert daran, dass familiäre Netzwerke das Gegenmittel gegen die Einsamkeit, die Krankheit der modernen Zeit, sind.
- Sie erinnert an die Rolle der Familien bei der Weitergabe des Glaubens und daran, dass wir als Gesellschaft christliche soziale Tugenden nur dann an kommende Generationen weitergeben können, wenn wir eine positive Haltung gegenüber der Familie bewahren.
- Sie fordert dazu auf, die Rolle von Familienverbänden und der Zivilgesellschaft, insbesondere katholisch geprägter Organisationen, anzuerkennen, die zur Weitergabe von Tugenden, zur Förderung von Solidarität und zu karitativem Engagement beitragen und damit den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Gemeinwohl stärken.
Die Familie ist ein Beispiel für Einheit und Dialog, und für Christen gehört zur Versöhnung auch die Vergebung. Starke Familien schaffen starke Gemeinschaften und sind die beste Grundlage für widerstandsfähige Gesellschaften, die den kommenden Herausforderungen mit Hoffnung und Vertrauen, Verantwortungsbewusstsein und Dienstbereitschaft begegnen können.
Für Christen darf es keine Grenze der Hoffnung geben. Verwurzelt in dieser Hoffnung sind Familien berufen, Frieden aufzubauen, Solidarität zu stärken und zu einem menschlicheren und vereinten Europa beizutragen.


